Kinder, Kinder

Im Blog-Beitrag vor einigen Tagen ging es um die Mutter, die dann irgend wann böse wird, „wenn die Kinder nicht hören“. Aber warum wird die Mutter denn eigentlich böse? Was bringt sie dazu, laut zu werden, zu schimpfen oder zu strafen?

Es ist ihr eigenes noch immer in ihr lebendiges verletztes inneres Kind. Zum einen erinnert es sich an ähnliche Verletzungen. Gefühle kommen auf, die weh tun könnten. Also werden die Gefühle unterdrückt, indem die Mutter sie bei ihrem Kind unterdrückt. Wenn es sein muss mit Gewalt. Das hört sich so hart an. Aber schon ein Anschreien kann ein kleines Kind als etwas Gewaltiges empfinden. Und das Kind ist abhängig. Also bleibt ihm nichts weiter übrig, als die Macht der Mutter zu akzeptieren.

Mit dem Unterdrücken der Gefühle geschieht aber keine Heilung. Die kleine verletzte innere Seele will endlich gehört werden und – so wie sie ist – geliebt werden. Das ist jetzt die Aufgabe des Erwachsenen, sich um sein inneres Kind zu bemühen, es auszusöhnen. Und dann kann auch die Beziehung zu den eigenen Kindern gut gelingen.

Schade, dass es vor dem Eltern-werden keine Schulpflicht für das innere Kind gibt. … dann hätte auch ich meinen Kindern viele Verletzungen erspart … und sie ihren … usw. usw.

Autor: Monika

Ausbildung in technischer Fachrichtung, langjährige Tätigkeit im Bereich Betriebswirtschaft; zuletzt Projektmanagement; verheiratet, 2 erwachsene Töchter; 3 Enkelkinder; Hypnose- und systemische Ausbildung seit 2006 am Institut für Klinische Hypnose in Zug/Schweiz; Hypnose-Praxis seit Sept.2007; angewandte Verfahren und Methoden: u.a. Timeline-Arbeit, Systemaufstellungen im Einzelsetting; Arbeitsschwerpunkte: Einzel-Sitzungen; 3-tägiges hypno-systemisches Intensiv-Einzel-Coaching; themenspezifisches Hypnose-Coaching z.B. bei Phobien, Stressabbau; lösungsorientiertes Arbeiten bei persönlichen Problemen (Paarbeziehung, Familie, Beruf); http://www.monika-niebisch.de

3 Kommentare

  1. Hallo Renate,

    hast Du diese Zeilen veröffentlicht? Sind das Deine oder woher stammen sie? Ich würde sie gern weiter verwenden.

    Liebe Grüße
    Monika

  2. Hallo Renate,

    der Ansatz liegt tiefer. Warum läuft denn das Kind weg? Worauf macht es aufmerksam? Oder anders: was ist oder besser – was ist nicht, dass es auf diese Weise Aufmerksamkeit „erzwingt“?

    Ich habe auch eine schöne Buchempfehlung: „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff.
    Auszug Klappentext: … Im Dschungel Venezuelas trifft eine junge Amerikanerin auf Yequana-Indianer. Fasziniert vom offensichtlichen Glück der „Wilden“ … Sie entdeckt dessen Wurzeln im Umgang dieser Menschen mit ihren Kindern und zeigt, wie dort noch ein bei uns längst verschüttetes Wissen um die ursprünglichen Bedürfnisse von Kleinkindern existiert, …

  3. Hallo Monika, gerne hab ich wieder Deine vielen klugen Gedanken gelesen/genossen.
    Es regt zum Nach- und Weiterdenken an. Und ich hoffe, zum Basenfasten noch mehr von Dir, aus erster Hand sozusagen, zu erfahren.

    Zu Deinen Zeilen mit dem inneren Kind möchte ich noch etwas hinzufügen: ein Kind kann nur wirklich Kind sein, wenn es von Erwachsenen umgeben ist, die ihrer Rolle gerecht werden und eben auch den Ansprüchen, die ein Kind an seine erwachsene Umwelt stellt. Dazu gehört Sicherheit und es gibt keine Sicherheit ohne Grenzen. Zur Liebe gehören daher auch immer Grenzen. Das Überschreiten der Grenzen hat so oder so Konsequenzen.
    Zum Beispiel: eine Mutter mit Verantwortung für die drei K: Küche, Kochen, Kinder :-)) sieht, wie ein Kind wegrennt.

    Sie ruft einmal, ruft zweimal und beim dritten mal schreit sie und straft ggf. um Wiederholungen zu unterbinden.
    Was sollte sie – in aller Liebe – anderes tun?
    Was erwartet ein Kind, was darf ein Kind erwarten?

    Soll sie jetzt Küche, Kochen und die anderen Kinder alleine lassen, ggf. später die Konsequenzen daraus tragen und dem einen Kind hinterher rennen und mit ihm diskutieren?

    Welche Möglichkeit hat die Mutter, diesem Kind ihre Liebe zu zeigen, ohne die anderen Kinder und ihre eigentlichen Aufgaben zu vernachlässigen?
    Soll sie das Kind gewähren lassen – aus Liebe, um nicht schimpfen zu müssen?

    Zeigt sie nicht eher für das Kind Verantwortung, Liebe und Sicherheit, in dem sie die Ordnung in dem System aufrecht erhält – mit allen ihren Mitteln.
    Wächst ein Kind nicht sicherer und liebevoller heran, wenn es genau weiß: meine Mutter hat das System im Griff, auch wenn mal ein Problem kommt, dann weiß sie sich durchzusetzen?

    Es steht dem Forscherdrang der Kinder zu, ein System auf die Probe zu stellen und auch mal Macht auszuprobieren, die Grenzen zu testen und auch mal eine Mutter bis zur Weissglut zu bringen.
    Woher sonst sollte ein Kind wissen, dass die Mutter auch bei einem Sturm für die Sicherheit des Systems sorgen kann?

    Du schreibst: Es ist ihr eigenes noch immer in ihr lebendiges verletztes inneres Kind. Zum einen erinnert es sich an ähnliche Verletzungen.
    Ich möchte anfügen: Und zum anderen ist es die fehlende Sicherheit des Systems.
    Und noch vieles andere mehr.
    Hab ein schöne Wochenende
    Renate
    P.S. ein Schönes Buch dazu: Was die Seele krank macht und was sie heilt von Thomas Schäfer – ein Schüler Hellingers, der gut differenziert das Familienstellen erklären kann.

Monika Niebisch, Hypnose - Familienstellen - Beratung - Coaching, 06886 Lutherstadt Wittenberg